Im gesamten Spektrum der Neurochirurgie sind Sie bei uns in guten Händen. Im persönlichen Gespräch möchten wir eine vertrauensvolle Basis für die Beurteilung der notwendigen Behandlungsmethoden schaffen und Sie umfangreich informieren, welcher Behandlungsweg für Ihr Anliegen der richtige ist. Neben der genauen Erhebung der Krankengeschichte, körperlichen bzw. neurologischen Untersuchung stehen zur neurochirurgischen Diagnosestellung, eventuellen Operationsplanung und Nachsorge folgende bildgebende Verfahren zur Verfügung:

 

Unsere Leistungen

 

  • Klassische Röntgenuntersuchungen

    Klassische Röntgenaufnahmen haben in der Neurochirurgie bei der ersten Diagnosestellung von Wirbelsäulenverletzungen und Schädelbrüchen einen hohen Stellenwert. Als Kontrolluntersuchung nach einer Wirbelsäulenoperation oder Wirbelbruch gelten sie als Standarduntersuchung. Durch Funktionsaufnahmen können Instabilitäten nachgewiesen werden.
    Die Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Thorax) ist zum Nachweis von Lungenerkrankungen (z. B. Entzündung, Stauung) notwendig.

  • Computertomographie (CT)

    Die Computertomographie ermöglicht die Untersuchung der erkrankten Körperregion in Schichten. Sie bietet dem Arzt gegenüber „normalen” Röntgenuntersuchungen eine Einsicht in die untersuchte Region und deren Nachbarstrukturen. Kontrastmittelverstärkte Untersuchungen lassen eine genauere Beurteilung des Gewebes und deren versorgenden Gefäße zu. Die Computertomographie wird für die meisten Fragestellungen in der Neurochirurgie als Standarduntersuchung durchgeführt (Hirnblutung, Schädelhirnverletzung, Hirninfarkt).
    Bei unklaren Hirnblutungen kann durch Kontrastmittelgabe eine sofortige Gefäßuntersuchung der Hirngefäße (Angio-CT) zum Nachweis eines Blutungsherdes angeschlossen werden. Tumoren der Wirbelsäule oder kritische Areale der Schädelbasis werden im Computertomogramm (interventionell) risikoarm punktiert.

  • Magnetresonanztomographie (MRT)

    Die Magnetresonanztomographie ist ein bildgebendes Verfahren, ohne Röntgenstrahlen. Vorteile dieser Untersuchung sind Schichtaufnahmen der untersuchten Körperregion in allen drei Raumachsen mit besonderer Darstellung von Weichteilstrukturen (Gehirn, Rückenmark, Nerven, Gefäße, Bandscheiben, Tumoren, Entzündungen, Fehlbildungen).
    Nach Gabe von Kontrastmittel lässt sich zusätzlich die Aufnahme des Kontrastmittels im Gewebe nachweisen, dies kann besonders bei Gefäßerkrankungen und Tumoren wichtige Hinweise geben.
    So kann die Notwendigkeit einer Operation besser entschieden und dem Patienten und Angehörigen sichtbar gemacht werden. Die Operationsplanung und die Abschätzung des Risikos wird erleichtert.
    Nach intravenöser Gabe von Kontrastmittel ist eine Gefäßdarstellung arteriell und venös möglich (Angio-NMR), so dass Gefäßmissbildungen (Angiom, Aneurysma, Cavernom) besser beurteilt werden können.

    Funktionsuntersuchungen sind möglich

    • als Liquorpulsationsstudie bei Hydrocephalus (z. B. Verschlusshydrocephalus)
    • als Bewegungsstudien von Gelenken und der Wirbelsäule (z. B. Instabilität)
  • Myelographie, Postmyelo-CT

    Die Myelographie ist eine Röntgenkontrastdarstellung des Wirbelkanals. Hierbei wird das Kontrastmittel über eine Nadel in den Wirbelkanal eingebracht. Dies ist bei Einengungen des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) wichtig, da gleichzeitig eine Bewegungsstudie vorgenommen werden kann, um Instabilitäten zu erkennen. Durch anschließende Schichtaufnahmen in der Computertomographie (Postmyelo-CT) können knöcherne Einengungen des Wirbelkanals und der Nervenaustrittslöcher der Wirbelsäule besonders gut dargestellt werden.

  • Angiographie (Gefäßdarstellung)

    Bei bestimmten Erkrankungen des Nervensystems wie z. B. Gefäßmissbildungen des Gehirns (nach Hirnblutungen) ist eine Kontrastmitteluntersuchung erforderlich. Über einen Katheter, der von der Leiste eingeführt wird, können die hirnversorgenden Gefäße sondiert und isoliert dargestellt werden. Dies dient dem Nachweis von Gefäßmissbildungen (arterienvenösen Angiomen) und Aussackungen (Aneurysmen) oder Verschlüssen.
    Bei Meningeomen kann es sinnvoll sein, die tumorversorgenden Gefäße direkt vor der Operation zu verschließen (Embolisation).

Bei einigen Krankheiten des Nervensystems ist eine ambulante operative Versorgung sinnvoll. Dies gilt besonders bei:

  • Carpaltunnelsyndrom
  • Sulcus-ulnaris-Syndrom
  • Facettenblockade und Facettenkoagulation

Heute ist es meist möglich, operative Eingriffe risikoärmer (minimal-invasiv) durchzuführen. Hierzu gehören eine Reihe technischer Hilfsmittel. Sie dienen der höheren Sicherheit für den Patienten, vermindern die Gefahr bei Operationen und helfen den behandelnden Ärzten die Prognose besser einzuschätzen.

In enger Zusammenarbeit mit der Neurochirurgischen Klinik des Klinikum Ingolstadt werden notwendige operative Eingriffe vorbesprochen und die Patienten auf den stationären Aufenthalt vorbereitet. Nach erfolgter Operation im Klinikum Ingolstadt begleiten wir Sie in unserer Praxis für Neurochirurgie weiter.

 

Unsere Behandlungsfelder im Detail

 

  • Behandlung von Gefäßerkrankungen

    • Aneurysmata
    • Angiome
    • Trigeminus Neuralgien
  • Behandlung von Bandscheibenvorfällen

    Im Folgenden soll auf Bandscheibenerkrankungen der Halswirbelsäule (HWS) und Lendenwirbelsäule (LWS) eingegangen werden.

    Obwohl häufigster Grund in Deutschland zur Krankschreibung muss nur ein Bruchteil der Patienten operiert werden.
    Ursächlich für einen Bandscheibenvorfall ist am häufigstenein angeborener „Webfehler” des Bindegewebsringes (annulus fibrosus) der den eigentlichen Bandscheibenkern (nucleus pulposus) umgibt. Andere angeschuldigte Ursachen, z. B. schwere Arbeiten, Sport, Körpergewicht, Ernährung, sind so gut wie nie alleiniger Auslöser eines Bandscheibenvorfalls. Dieser kommt an der Lendenwirbelsäule 6mal häufiger vor als im Halswirbelbereich.

    Symptome:

    Schon die Vorgeschichte („Hexenschuss”, „Ischias”, „steifer Hals”) und der Untersuchungsbefund (Schmerzband, Gefühlstörung, Schwäche) weisen auf einen Bandscheibenvorfall hin.

    Diagnostik:

    Nur mit Hilfe bildgebender Verfahren kann die Diagnose gesichert werden:

    • Wirbelsäulen-Computertomographie
    • Kernspintomographie
    • Myelographie mit Funktionstest (Kontrastuntersuchung des Wirbelkanals)

    Behandlung:

    Die meisten Bandscheibenerkrankungen können konservativ (Medikamente, Kuren, Kathetertechniken, physikalische Maßnahmen) behandelt werden.

    Eine Operation ist nach heutigem Stand erforderlich bei:

    • Vorhandensein von Kraftminderung (oft auch bei nachlassenden Schmerzen)
    • Fortbestehen von Gefühlstörungen (meist in Verbindung mit Schmerzen)
    • Fortbestehen von Schmerzen („Ischias” oder „Schulter-Arm-Schmerzen”) nach langdauernder oder erfolgloser Behandlung mit Medikamenten und krankengymnastischen Übungsbehandlungen

    Eine OP ist als Notfalleingriff bei Blasen- und Mastdarmentleerungsstörungen mit Gefühlstörungen im Gesäßbereich beiderseits innerhalb weniger Stunden notwendig!

    Operationsformen:

    geschlossene Methode (perkutane Nukleotomie mit Auflösung und Absaugung der Bandscheibe):

    • nur bei vollständig erhaltenem Ringband möglich!

    offene Methode (endoskopische Technik)

    • nur bei frischen Bandscheibenvorfällen

    mikrochirurgische Technik (mit Mikroskop)

    • für jede Form des Bandscheibenvorfalls geeignet
    • an der Lendenwirbelsäule von hinten
    • an der Halswirbelsäule von vorn mit gleichzeitiger Verblockung der Wirbel durch „Kunststoffdübel”

    Wirbelkanalstenose:

    Da besonders die Wirbelsäule neben den Bandscheiben im Laufe des Lebens degenerativen Veränderungen unterliegt, kommt es im höheren Alter zusätzlich zu Einengungen des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose). Dies führt zu einer Verkürzung der Gehstrecke („Schaufensterkrankheit”).

    Bei zusätzlicher übermäßiger Mobilität der Wirbel (Wirbelgleiten) treten Schmerzen bei längerem Stehen auf.

    Hier sind Kontrastuntersuchungen (Myelographien) in Funktion erforderlich.

    Die konservative Behandlung ist bei hochgradiger Enge oder Beweglichkeit nur begrenzt wirksam.

    Die Operation ist dann offen notwendig mit:

    • Erweiterung des Wirbelkanals
    • Stabilisierung des mobilen Segments
    • Verblockung des Zwischenwirbelraumes

    Prognose:

    Die Ergebnisse sind umso besser je kürzer Lähmungen oder Gefühlsstörungen bestehen. Starke Schmerzen bei akuten Bandscheibenvorfällen sind oft schon am Tag nach der Operation wesentlich besser als präoperativ. Keinen Einfluß hat die Operation auf die Degeneration der Wirbelsäule. Die Folgen dieser degenerativen Veränderungen können allerdings beeinflusst werden.

    Nach der Operation sollte vorsichtig mit physiotherapeutischen und krankengymnastischen Anwendungen begonnen werden.

    Generell gilt dabei, dass der Patient seinen Fähigkeiten entsprechend „belastet” werden sollte. Schmerzen bei diesen Anwendungen sind zu vermeiden! In einigen Fällen ist eine stationäre Reha-Maßnahme (AHB-Anschluss-Heil-Behandlung) notwendig.

    Die meisten Patienten können nach einer Operation wieder ihrer Arbeit nachgehen und auch Sport treiben. Allerdings sollte mit einer Schonphase von mindestens 4 – 6 Wochen gerechnet werden.

    Faszettsyndrom:

    Eine häufige Folge der Bandscheibendegeneration ist eine Überlastung der Wirbelgelenke, die Gelenkbeschwerden mit Schmerzen beim Drehen und Bücken verursachen. Schmerzen auch nach Operationen zu beobachten. Ein lokaler Druckschmerz ist das Leitsymptom. Als diagnostischer Hinweis hat eine lokale Blockade des Gelenks unter Röntgenkontrolle Bedeutung. Bei positivem Effekt dieser Blockade ist eine Verschorfung des Gelenks mit einer dünnen Sonde häufig erfolgreich (Faszettkoagulation).

  • Behandlung von Tumoren der Wirbelsäule und des Rückenmarks

    Tumoren des Rückenmarks und der Wirbelsäule

    • Engen den Wirbelkanal (Nervenwurzeln, Rückenmark) ein
    • Gefährden die Stabilität der Wirbelsäule
    • Es dominieren Metastasen, Nerventumoren (Neurinome) und Meningeome, die von außen das Rückenmark komprimieren. Seltener sind Gliome, die sich im Rückenmark selbst entwickeln.

    Diese Tumoren führen unterhalb des Herdes zu:

      • Schmerzen (gürtelförmig)
      • Gefühlsstörungen
      • Lähmungen
      • Blasen-, Mastdarmstörungen
      • Sind alle diese Symptome gleichzeitig vorhanden, spricht man von einer Querschnittslähmung.

    Diagnostik:

    Zur Beurteilung der Lage des Herdes sind Computer- und Magnetresonanztomographie erforderlich. Im Notfall ist eine Kontrastdarstellung (Myelographie) zur Höhenlokalisation hilfreich.

    Behandlung:

    Es werden folgende Ziele verfolgt:

        • Freilegung des Wirbelkanals (Rückenmarks) um eine Querschnittslähmung zu bessern oder abzuwenden (Metastasen, auch als Notoperation)
        • komplette Entfernung des Tumors (Meningeom, Neurinom)
        • bei ausgedehnten Prozessen, die größere Teile der Wirbel befallen haben (meist Metastasen), muss eine Wirbelersatzoperation mit Verplattung durchgeführt werden (als geplanter Eingriff)
        • metastatische Prozesse erfordern nach Sicherung der Histologie eine tumorspezifische Nachbehandlung (Bestrahlung, Chemotherapie)

    Prognose:
    Die Ergebnisse der Therapie hängen von der Schwere und Dauer der Lähmungserscheinungen sowie der Grunderkrankung ab.

  • Behandlung von Tumoren des Gehirns

    Hirntumoren stellen für die Neurochirurgie eine Herausforderung dar.

    Hirntumore

    • Engen den Schädelraum ein (Raumforderung)
    • Erhöhen den Schädelhirndruck (Hirndruck)
    • Verlagern das Hirngewebe (Massenverlagerung)
    • Erzeugen eine Schwellung des umgebenden Gewebes (Ödem)
    • Neigen zum Nachwachsen (Rezidiv)
    • Können Einblutungen aufweisen

    Es ist bisher trotz aller Forschungen nicht ausreichend bekannt, warum es zu Tumorbildungen kommt. Grundsätzlich können Tumoren von allen Körpergeweben ausgehen.
    Im Gehirn sind Tumoren

    • der Hirnhäute (Meningen = Meningeom)
    • der Hirnzellen (Gliazellen = Gliom) am häufigsten, gefolgt von
    • Absiedlungen (Metastasen) von Tumoren anderer Körperregionen (z. B. Karzinomen)

    Hirntumoren zeigen häufig einen Verlauf mit Krampfanfällen, Lähmungen und Bewusstseinsstörungen.

    Diagnostik:
    Wegen des oft akuten Verlaufs ist eine rasche Diagnostik erforderlich. Da Vorgeschichte und klinisches Erscheinungsbild von der Lage des Herdes abhängen und bei Blutungen nach Unfällen ähnlich sein können, wird der Beweis heute nur mit dem Computer- oder Magnetresonanztomogramm erbracht.

    Behandlung:
    Die Behandlung hat bei Hirntumoren das Ziel:

    • den Tumor zu entfernen
    • die Raumforderung zu beseitigen (einschließlich Ödemrückbildung)
    • die feingewebliche Diagnose (Histologie) zu sichern

    Folgende Therapieformen stehen zur Verfügung:

    1. Operation offen:
    Vorteil:

    • sofortiger Wirkungseintritt (auch Not-OP)
    • Entfernung des Tumors und der Raumforderung möglich
    • Ödemrückbildung rasch
    • Histologiegewinnung

    Nachteil:

    • Narkose, evtl. Intensivtherapie erforderlich
    • Risiko von Komplikationen (z. B. Nachblutung)

    2. Probeentnahme:
    Vorteil:

    • kein größeres Operationsrisiko
    • Histologiegewinnung

    Nachteil:

    • keine Tumorentfernung
    • keine Entlastung der Raumforderung
    • keine Besserung des Ödems

    3. Strahlentherapie:
    Vorteil:

    • geringe allgemeine Belastung für Patienten

    Nachteil:

    • nicht ohne Histologie möglich
    • langsamer Wirkungseintritt
    • Tumor und Raumforderung verbleiben
    • mögliche Zunahme des Ödems
    • manche Tumore sind strahlenresistent

    4. Chemotherapie:
    sinnvoll für einige Tumore (Missbildungstumore, Lymphzelltumore),
    sonst nur als Ergänzung zur Operation und Bestrahlung (vor- oder nachgeschaltet).

    Es hat sich daher bewährt bei Hirntumoren bestimmte Behandlungskonzepte zu verfolgen:

    • Gliome; Operation + Bestrahlung, evtl. Chemotherapie
    • Meningeome; Operation
    • Neurinome; Operation
    • Lymphome; Chemotherapie, evtl. Bestrahlung
    • Metastasen; Operation (oberflächliche Lage, großer Tumor)
    • Probeentnahme; mehrere, kleine, tiefsitzende Tumoren
    • Neuroradiochirurgie; Risikopatienten, multiple Metastasen, tiefsitzende und rezidivierende Tumoren

    Prognose:

    • Die Langzeitergebnisse hängen von folgenden Faktoren ab: Wachstumstendenz der Tumorzellen (Tumorart, Dignität) Lage und Größe des Tumors
    • Gesamtzustand und Bewusstseinslage des Patienten
  • Eingriff an peripheren Nerven

    Obgleich Nerven den gesamten Körper durchziehen, kommt es doch meist nur im Bereich der Nervenstämme zu Schäden, die behandelt werden müssen. Aus der Schädelbasis treten die Hirnnerven aus. In Höhe einer jeden Bandscheibe verlassen Nervenwurzeln den Wirbelkanal und bilden über das Armgeflecht (Plexus) die drei großen Armnerven (Nervus radialis, Nervus medianus, Nervus ulnaris). An den Beinen sind es vom Beingepflecht ausgehend der Nervus femuralis und der Nervus ischiadicus.

    Diagnostik:
    Schädigungen der Nervenstämme führen zu typischen Schmerzen, Gefühlsstörungen oder Lähmungen, die auf den Ort der Erkrankung hinweisen.
    Zur weiteren Abklärung sind elektrische Untersuchungen der Muskelaktivität (Elektromyogramm = EMG) und der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) erforderlich. In einzelnen Fällen ist eine Gefäßdarstellung und eine Magnetresonanztomographie sinnvoll.

    Symptome:
    Am häufigsten findet man Einengungen der Nerven an vorgegebenen Engpässen (Engpasssyndrom):

    • Armgeflecht in Höhe des Schlüsselbeins (Skalenussyndrom): Einschlafen der Arme bei Arbeiten über Kopf, Tragen von Taschen
    • Nervus medianus am Handgelenk (Carpaltunnelsyndrom): Nächtliche Schmerzen und Einschlafen des 1. – 3. Fingers
    • Nervus ulnaris im Ellbogengelenk (Ulnarissyndrom): Pelzigkeit des 4. + 5. Fingers, Faustschlußschwäche
    • Nervus radialis am Oberarm (nach Oberarmbruch): Fallhand, Taubheit am Handrücken
    • Nervus peroneus am Wadenbeinköpfchen: Fußheberlähmung, Pelzigkeit am Vorfuß
    • Nervus tibialis an der Fußinnenseite: Schmerzen und Pelzigkeit an der Fußsohle besonders nachts

    Behandlung:
    Periphere Nerven zeigen eine gute Tendenz zur Erholung, wenn der Schaden nur kurz besteht. Die Behandlung richtet sich daher nach Ursache, Dauer und Schwere der Schädigung.

    • Engpasssyndrome werden zunächst konservativ mit Ruhigstellung, Schmerzmittel, abschwellende Maßnahmen, Krankengymnastik, Elektrotherapie behandelt
    • Halten die Beschwerden an, tritt ein dauerhaftes Taubheitsgefühl auf oder kommt es zum Muskelschwund, ist eine Freilegung mit Entlastung der Nerven erforderlich.

    Endoskopisches Verfahren (örtliche Betäubung):
    Über einen kleinen Hautschnitt wird der Nerv freigelegt und die Enge erweitert (nur bei Carpaltunnelsyndrom möglich).

    Offene Operation (Narkose oder örtliche Betäubung):
    Freilegung des Nervs im Bereich des Engpasses (für alle Nervenfreilegungen geeignet).
    Tumoren (Nervenknoten) müssen immer operativ freigelegt und entfernt werden, da sie über kurz oder lang durch weiteres Wachstum der Nerven zerstören.
    Bei Verletzungen (Stich oder Schnittverletzungen) bei denen Lähmungen oder Gefühlsstörungen angegeben werden, müssen immer die entsprechenden Nerven freigelegt werden. Die Fähigkeit der Nerven nachzuwachsen eröffnet die Möglichkeit von Nervennähten und bei Defekten auch die Transplantation (eigenes Nervengewebe aus weniger wichtigen Hautnerven). Die Nerven bestehen aus mehreren „Kabeln”, die einzeln isoliert und mikrochirurgisch mit feinsten Fäden ohne Spannung vernäht werden. Defekte werden durch mehrere „Kabel” überbrückt.

    Prognose:
    Die Ergebnisse sind umso besser, je kürzer die Schädigung besteht, bis der Nerv operiert wird.
    Da man weiß, daß die Nerven nur etwa 1 mm pro Tag wachsen, ist die Behandlung (z. B. bei Oberarmbrüchen) über mehrere Monate erforderlich. Wichtig ist auch eine intensive Nachbehandlung mit Elektrotherpie (zum Erhalt der gelähmten Muskel), Krankengymnastik, Ergotherapie sowie Versorgung mit Hilfsmittel (Schienen).

  • Schmerztherapie

    Sehr viele Erkrankungen gehen mit Schmerzen einher. Als Ursache schwerer und chronischer Schmerzzustände kommen unter anderem in Frage:

    • Erkrankungen der Wirbelsäule (Degeneration, Verletzung)
    • Tumorleiden
    • Verletzung von peripheren Nerven (auch M. Sudeck)
    • Gesichtsschmerzen
    • Durchblutungsstörungen
    • Spastik nach Schädelhirn- und Rückenmarksverletzung
    • multiple Sklerose

    Behandlungsmethoden:
    In allen Fällen ist ein sogenanntes „Stufenschema” gefragt. Die Behandlung soll von einfacher zu differenzierter Therapie aufgebaut werden:

    konservativ:

    • medikamentös in steigender Dosierung
    • in Kombination mit physikalischen Maßnahmen
    • transkutane Stimulation (TENS)

    invasiv:

    • Stimulationsbehandlung
    • epidurale Elektrostimulation
    • periphere Nervenstimulation
    • intradurale Gabe von Medikamenten
    • über ein Reservoir mit äußerer Pumpe
    • mit vollständig implantierter Pumpe

    Epidurale Schmerzstimulation:
    Bei dieser Methode wird entgegen der indirekten transkutanen (durch die Haut) Stimulation das Rückenmark direkt stimuliert. Dadurch kommt es zu einer zentralen Unterdrückung der Schmerzleitung direkt im Rückenmark oberhalb des Läsionsortes. Gleichzeitig beobachtet man eine Erweiterung der Arterien und dadurch eine Verbesserung der peripheren Durchblutung.
    Die Stimulation ist daher geeignet therapieresistente Schmerzen nach Verletzungen, Degeneration, Wirbelsäulenoperationen (Postnukleotomiesyndrom), bei arteriellen Gefäßverschlusserkrankungen (AVK) aber auch bei Angina pectoris wesentlich zu bessern. Als erfreulicher Nebeneffekt wird die Durchblutung in den Beinen verbessert, so dass Geschwüre abheilen und oft Amputationen vermieden werden können.

    Intradurale Medikamentenmedikation mit Pumpen:
    Die Möglichkeit, Medikamente direkt in den Wirbelkanal einzubringen, erhöht deren Wirksamkeit ca. um das 100fache. Vorteil der direkten Applikation von Opiaten ist auch die Reduzierung von gefürchteten Nebenwirkungen. Zur gezielten Dosierung werden heute automatische, von außen programmierbare Pumpen implantiert. Diese erlauben dem Patienten wieder ein selbständiges Leben, da sie nur in größeren Zeiträumen gefüllt werden müssen.

    Bei schweren spastischen Zuständen (Spastik) nach Hirnblutungen, Schädelhirntrauma, Sauerstoffmangel, multiple Sklerose kann über eine Pumpe Baclofen in den Wirbelkanal gegeben werden. So werden Verkrampfungen gelöst und Pflegemaßnahmen und physikalische Therapie wieder möglich. Diese Methode ist besonders auch bei Kindern mit Spastik erfolgreich.

    Zusammenarbeit – Schmerzkonferenz:
    Alle Therapieverfahren erfordern eine sehr intensive, langfristige und oft fachübergreifende Patientenbetreuung. In enger Zusammenarbeit mit den Abteilungen des Klinikum Ingolstadt, insbesondere der anästhesiologischen Schmerzambulanz, dem Institut für physikalische und rehabilitative Medizin, der Neurologie und der gefäßchirurgischen Abteilung und den niedergelassenen Ärzten kann dies gewährleistet werden.

  • Sprechzeiten

    • Montag - Donnerstag
      8.30 - 12.00 und 14.00 - 17.00
    • Freitag
      8.30 - 12.00
    • sowie nach telefonischer Vereinbarung
  • Unsere Fachärzte